Beratung nach dem Konzept »Jetzt mal anders – ohne Gewalt.«

An den Beratungsstellen Amberg, Dingolfing, Landshut, Regensburg, Schwandorf und Straubing
bieten wir lösungsfokussierte Paarberatung bei bestimmten Formen häuslicher Gewalt an.
Grundlage ist das von Mitarbeitenden der Caritas Berlin entwickelte Format »Jetzt mal anders – ohne Gewalt.«

Für welche Paare ist dieser Ansatz geeignet?

»Jetzt mal anders« ist ein Angebot für Paare, die sogenannte situative Paargewalt erlebt haben. Das heißt, es gibt Streitsituationen, in denen beide die Kontrolle verlieren und es zu verbaler und evtl. auch körperlicher Gewalt von beiden Seiten kommt.

Wie ist der Ablauf der Beratung?

In einem Vorgespräch werden die notwendigen Rahmenbedingungen für eine Beratung nach diesem Ansatz abgeklärt.
Die Beratungssitzungen werden von zwei Beratungskräften durchgeführt. Am Anfang und am Ende jedes Termins findet ein kurzes Einzelgespräch mit je einem der beiden Beratenden statt, um sicherzustellen, dass rund um den Beratungsprozess die Gewalt außen vor bleibt. Ziel ist natürlich, dass es möglichst auch in allen anderen Situationen zu keiner Partnergewalt mehr kommt.

Was ist der Vorteil dieses Konzepts?

Der Ansatz »Jetzt mal anders« orientiert sich stark an den Gefühlszuständen der Klientinnen und Klienten. In vier Phasen (Problemschilderung und -erkennung, Zielentwicklung, Handlungsoptionen und Umsetzung) begleiten die Beraterinnen und Berater das Paar auf dem Weg zu einer Lösung, die es sich selbst erarbeitet. Hierbei liegt die Verantwortung für Fortschritte und Entwicklung auf Seiten des Paares.

Bei welchen Paaren funktioniert das nicht?

Wenn sogenannte strukturelle Gewalt vorherrscht, also Macht, Zwang und Kontrolle eine große Rolle spielen und es eindeutig Täter und Opfer gibt, ist Paarberatung keine Option.
In diesem Fall sollte man als Opfer Hilfe für sich selbst suchen – ein Kontakt über ein Hilfetelefon gibt hier erste Orientierung. Für den Partner/die Partnerin wäre ein Anti-Aggressivitätstraining oder eine Beratung an einer entsprechenden Beratungsstelle gegen häusliche Gewalt sinnvoll.

Gibt es noch weitere Ausschlusskriterien?

Wenn ein familiengerichtliches Verfahren um das Sorge- oder Umgangsrecht läuft, wenn eine schwere Suchtmittelabhängigkeit besteht oder eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung vorliegt, dann ist Beratung im Rahmen von »Jetzt mal anders« nicht möglich.